Geschichte

Geschichte der Schule

1946-2006 - Von der „Frauenfachschule für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen“ zum „Berufskolleg und Berufliches Gymnasium für Sozial- und Gesundheitswesen“

Gründung der Schule zur Nachkriegszeit

Im Sommer 1946 geht bei der Hammer Stadtverwaltung ein Antrag  der St.-Agnes-Gemeinde ein. Man beantragt die „Errichtung eines sozialpädagogischen Lehrganges in Verbindung mit der privaten Mädchen Mittelschule unter Verzicht auf die Weiterführung der privaten Oberschule für Mädchen“. Nach Kriegsende sind alle Schulen in Hamm, mit Ausnahme der Fachschule für Kindergärtnerinnen wieder in Betrieb. In der Stadtverordnetensitzung am 30.08.1946 wird beschlossen, die Marienschule solle die Ausbildung von Kindergärtnerinnen übernehmen. Dort waren schon vor und während des Krieges Kindergärtnerinnen ausgebildet worden. 

Die Marienschule ist eine private Mädchen-Mittelschule. Geführt wird die Schule von den Schwestern der göttlichen Vorsehung, Träger wird die St.-Agnes-Gemeinde.

Am 26.06.1948 folgt dann die die offizielle staatliche Anerkennung als „Frauenfachschule für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen der katholische Kirchengemeinde St. Agnes.“

Der Bedarf an Kindergärtnerinnen ist nach dem Krieg im Großraum Hamm groß.

Die Schule wächst

1961 wechselt die Leitung der Schule. Die Nonnen werden ins Mutterhaus zurückgerufen und Maria Epping wird neue Schulleiterin.

So vergrößert sich die Schule in den folgenden Jahren Schule weiter. Begann man 1946 mit einer Klasse, so gibt es 1964 schon 4 Klassen. Vier Jahre später ist man bei 6 Klassen angelangt. Da in Hamm mittlerweile der Bedarf an Kindergärtnerinnen ausreichend gedeckt ist, beantragt die Schule ergänzend  die Einführung des Bildungsganges Heil- und Sonderpädagogik.  

Pädagogik im Wandel

1964 noch als Tätigkeit angeführt die in „dem Wesen der Frau“ entspräche (vgl. WA vom 17.07.1964) wandelt sich das Berufsbild im Zuge der Emanzipation. 1970 wird die Schule in Fachschule für Sozialpädagogik umbenannt. Ab 1971 wird die Berufsbezeichnung verändert. Fortan bildet man nicht mehr Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen sondern staatlich anerkannte Erzieher aus.  1972 wechselt erneut die Leitung und Hans Joachim Dietrich wird neuer Schulleiter.  

Die Emanzipation zieht ein

Im Jahre 1973 kommt die Emanzipation in der Schule an. Die ersten beiden männlichen Schüler beginnen ihre Erzieherausbildung. Anfänglich noch skeptisch betrachtet bewährt sich dies aber schnell. Einer Zusage für einen Praktikumsplatz der beiden Bewerber waren 15 Absagen vorausgegangen. Wurden männliche Erzieher 1973 noch mit Erstaunen quittiert, so sind diese heute in allen Arbeitsfeldern vorhanden. Damals war dies aber so ungewöhnlich, dass die Lokalzeitung darüber ausführlich berichtete. Damals allerdings wurde die Kindererziehung noch als klassisch weibliche Domäne betrachtet. Die Sorgen der Einrichtungen erwiesen sich, logischerweise, als unbegründet und heute sind Männer im Kindergarten gefragt. 

1981 wechselt die Schulträgerschaft erneut. Die St.-Agnes-Gemeinde übergibt die Schule in die Verantwortung des Erzbistums Paderborn. Die Schule ist das erste Berufskolleg in freier Trägerschaft in NRW.

1991 übernimmt Thomas Macke die Schulleitung. Ab 2005 ist Josef Brockmeyer neuer Schulleiter.