Pressemeldungen

Grundsteinlegung der neuen Zweifachturnhalle

Westflischer Anzeiger vom 22.01.2011

HAMM-MITTE ▪ Einige Euromünzen, das Schulprogramm der Marienschule, einen aktuelle Zeitung und unter anderem den Fundbericht zur Entdeckung eines mittelalterlichen Brunnens, der beim Anlegen der Fundamente für die Turnhalle gefunden wurde: All dies verstaute Prälat Joachim Göbel im Rahmen der Grundsteinlegung für die neue Zweifachturnhalle der beiden katholischen Bildungseinrichtungen an der Brüderstraße/Ecke Antonistraße in der Zeitkapsel.
© Szkudlarek
Für die Nachwelt gesichert: Prälat Joachim Göbel (links) verstaute im Rahmen der Grundsteinlegung unter anderem eine Zeitung in der Zeitkapsel. ▪
Falls die Turnhalle irgendwann mal abgerissen werde, wüsste die Nachwelt dann sofort Bescheid, was es mit dem Bauwerk auf sich habe.
„Die Anforderungen an einen richtliniengemäßen Sportunterricht sowie die konstant hohen Schülerzahlen – zur Zeit besuchen 569 Schüler die Marienschule und 467 Schüler das St. Franziskus-Berufskolleg – machen den Bau einer größeren Sporthalle erforderlich“, sagte Prälat Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbistum Paderborn in seiner Begrüßungsansprache.
Die rund 2,3 Millionen Euro teure Sporthalle, die das Bistum auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Bauhofes errichtet, soll noch im Herbst dieses Jahres fertig gestellt werden. „Wir liegen im Budget und im Zeitplan“, erklärte Architekt Sebastian Anding bei der Grundsteinlegung.
Lange sei über die neue Sporthalle diskutiert worden, so Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Das Problem der Halle sei nun endlich gelöst. „Der neue Bau ist ein städtebaulicher Gewinn für unsere Stadt, der das Quartier aufwerten wird“, erklärte das Stadtoberhaupt.
Zahlreiche Schüler und Lehrer waren gestern zur Grundsteinlegung gekommen. „Wir freuen uns insbesondere für unsere Schüler, so die beiden Schulleiter Josef Brockmeyer vom St. Franziskus-Berufskolleg und sein Kollege Wolfgang Vonstein von der Marienschule. Sie hoffen, dass die beiden katholischen Bildungseinrichtungen durch die gemeinsame Nutzung der Turnhalle noch näher zusammenrücken.
Der mittelalterliche Brunnen, wahrscheinlich aus der Zeit des 14. Jahrhunderts, der beim Anlegen der Fundamente im vergangenen Herbst gefunden wurde, bleibt zur Freude des Archäologen Günther Wiesendahl unter dem neuen Fundament der Turnhalle erhalten.
Bei der Untersuchung der alten Wasserstelle fand Wiesendahl neben dem Schachtbrunnen auch drei Keramikfußteile. „Dabei handelt es sich um so genannte Wellfüße aus Siegburger Keramik“, erklärte der Fachmann. Sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt an das Gustav-Lübcke-Museum übergeben werden. Über die Idee des Architekten, den Fundbericht ebenfalls in der Zeitkapsel zu versenken, zeigte sich Wiesendahl erfreut. So wüssten nachfolgende Generationen von Archäologen genau, was unter der Turnhalle zu finden sei. ▪ wes

aus: Westfälischer Anzeiger, 22.01.2011